Hohenlockstedt.info 

 

 

KD vom 1. September  2017
Gewerbeverein bringt Kommunalpolitiker an einem Tisch
Gemeinsam auf der Suche nach neuen Gewerbeflächen
170901 Gewerbe 060-523

Im Frühjahr hatte der Gewerbeverein die einzelnen Parteien und Wählervereinigungen zu Einzelgesprächen eingeladen und über unterschiedliche Problemfelder diskutiert. Nach internen Beratungen hat der Vorstand ein Fazit gezogen und agiert nun, um Hohenlockstedt nach vorne zu bringen. Kurzerhand hat der Vorsitzende Björn Tessin die Kommunalpolitiker zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um ihnen aufzuzeigen, dass Hohenlockstedt keine freien Gewerbeflächen vermarkten kann. “Wir wollen gemeinsam etwas auf die Beine stellen”, sagte Björn Tessin und wies daraufhin, dass vor kurzer Zeit ein größerer Betrieb abgewandert sei, weil die Geschäftsführung vor Ort aufgrund fehlender Gewerbeflächen nicht expandieren könnte.

Dazu referierte diese Woche im Saal des Restaurants “Antik-Café La Donna” an der Bundesstraße 206 der gewonnene Diplom-Volkswirt Christian Holst von der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel [EGEB], der selbst sein Büro in Itzehoe hat und im Kreis Steinburg für die hiesige Wirtschaftsförderung zuständig ist.

170901 Egeb 1-523

170901 Gewerbe 058-523


Dipl-Volkswirt Christian Holst [links] neben dem Vorsitzenden vom Gewerbeverein Björn Tessin
 

170901 Gewerbe 053-523


Zunächst stellte Christian Holst die Situation im Kreis Steinburg da. An der Achse der A 23 und der geplanten A 20 seien kaum freie Gewerbeflächen vorhanden. Ausgewiesene Gebiete im Bereich Rethwisch/ Neuenbrook und Dägeling stünden derzeit nicht zur Verfügung, weil Grundbesitzer ihre Flächen nicht verkaufen wollen. Für deren Landwirtschaft werden Ersatzflächen benötigt, die in der unmittelbaren Nähe nicht zur Verfügung stünden.

In Breitenburg in der Nähe der A 23 seien mehrere Hektar Gewerbefläche äußerst schwer zu vermarkten, weil das Gebiet an Wohnbauflächen liegt und die dortige Gewerbenutzung aufgrund begrenzter Lärmimmission eingeschränkt ist.

In Itzehoe und Kellinghusen seien die in jüngster Zeit erstellten Flächen schnell vergeben worden, wobei die Kreisstadt im Ortsteil Edendorf neuen Gewerbeflächen ausweiten könnte und auch möchte. Ein Erfolgsmodell neuer Gewerbeflächen kann die Gemeinde Schenefeld verzeichnen. Obwohl deren ausgewiesenen Flächen nicht unmittelbar an der A 23 befinden, seien sie schnell vermarktet worden. 

Christian Holst teilte mit, dass eine große Gemeinde wie Hohenlockstedt freie Gewerbeflächen brauche, um sich entwickeln zu können. Für die Ausweisung neuer Flächen könnten Fördermittel aus dem Landestopf beantragt werden, sodass 60 Prozent der Aufwendungen gedeckt werden. Bei interkommunalen Vorhaben zusammen mit Nachbargemeinden würden sogar 90 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet.

Der Dipl-Volkswirt habe in einem Vorgespräch den Flächennutzungsplan Hohenlockstedt angesehen und zunächst festgestellt, dass aus seiner Sicht an zwei Standorten neue Gewerbegebiete ausgewiesen werden könnten.

Einerseits könnte das vorhandene Industriegebiet am Ridderser Weg vergrößert werden. Planerisch sei die Fortentwicklung an einem bestehenden Gebiet leichter und angesiedelten Unternehmen würde die Möglichkeit zu weiterem Wachstum eingeräumt. Nachteilig und nicht optimal sei die Lage. Es fehle eine direkte Anbindung an eine Bundesstraße.

170901 Egeb 3-523


Aufnahme GOOGLE Earth im Vortrag mit grob skizziertem Erweiterungsgebiet am Ridderser Weg
 


Eine andere Alternative böte sich an der Bundesstraße 206 an. Im Süden Hohenlockstedt gebe es sowohl auf gemeindlichen Gebiet als auch in der Nachbargemeinde Lohbarbek Gewerbeflächen, die auf der anderen Seite der Bundesstraße erweitert werden könnten. Durch die gute Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz sei die Fläche für Betriebe aus weiterer Entfernung interessant.

Die interkommunale Kooperation mit Lohbarbek und Winseldorf führe zu einer hohen Förderung, wobei die Nachbargemeinden alleine keine Chance hätten, Gewerbeflächen ausweisen zu können. Erweiterungspotenzial sei dort vorhanden. Nachteilig sei ein höherer Erschließungsaufwand, um die Verkehrsanbindung an die Bundesstraße herstellen zu können.


170901 Egeb 4-523


Aufnahme GOOGLE Earth im Vortrag mit grob skizziertem Erweiterungsgebiet an der B 206
 


“Entscheidend ist, dass sich Hohenlockstedt weiterentwickelt”, meinte im Anschluss des Vortrages der ehemalige Bürgermeister Bernhard Diedrichsen und wandte sich an einige  Skeptiker in der Diskussionsrunde, die eine Ausweisung neuer Gewerbeflächen infrage stellten.

Auch Björn Tessin ließ durchblicken, dass neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden müssten. Er hofft, dass alle an einem Strang ziehen. Nun seien zunächst die Ortspolitiker gefordert, die sich in den Fraktionen beraten wollen. Die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden nahmen den Vortrag zur Kenntnis, ohne sich in die kurze Diskussionsrunde einzubringen.

170901 Gewerbe 063-523


Ortspolitiker saßen an einem Tisch und nahmen den Sachvortrag zur Kenntznis
 

170901 Gewerbe 064-523